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Wenn man mich nach dem besten Roman des Jahres fragen würde, hätte ich
Schwierigkeiten. Keine Probleme habe ich mit der Beantwortung nach dem
besten Lyrikband: Die Schönheit einer Fledermaus.
Wolfgang Fienhold, PODIUM
Nicht die Dogmen des "Surrealistischen
Manifests", sondern die Surrealität, die Schräglage des Lebens selbst
geben diesem Pfadfinder der Einbildungskraft jene Portion Leichtigkeit,
die nötig ist zu wirkungsvollen Übergängen von Tag zu Tagtraum und Alptraum.
Hans-Jürgen Heise, ESSLINGER ZEITG.
Michael Hamburger schreibt,
von jeder Lyrik, egal ob alltäglich oder hermetisch, erwarte er, daß sie
sich ins Unbekannte wage. Und diese Erwartung erfüllt Dieter P. Meier-Lenz
auf ganz eigene Art.
Jürgen Nendza, BELGISCHER RUNDF.
Die Sprachbilder, die sich
auf diese Weise mit konkret vorgegebenen Lokalitäten verbinden und die
Vorstellung in ihren Bann schlagen, faszinieren.
Karl Riha, DIE HOREN
Die Gedichte von Dieter P.
Meier-Lenz, erzeugen mit ihrer sprachlichen Radikalität und Konsequenz
ein beängstigendes Abbild der Wirklichkeit. Rafael Sala, DAS GEDICHT
Dieter P.
Meier-Lenz wurde in Magdeburg geboren. Nach dem Studium von
Germanistik, Soziologie, Politologie und Philosophie in Hannover war er
Studienrat und später Schulleiter in dieser Stadt. Seit 1984 lebt er als
Schriftsteller, Herausgeber und Redakteur (DIE HOREN) in den französischen
Ostpyrenäen. Er erhielt mehrere Literaturpreise und wird laut Umfrage
in der Zeitschrift DAS GEDICHT zu den hundert wichtigsten deutschsprachigen
Lyrikern gerechnet. Mitglied des internationalen PEN seit 1985
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Rezension in: KULT 12/2000
Welch kolossaler Poet Zu: Dieter P. Meier-Lenz "Der Sonntagsmörder"
Von Anton G. Leitner in seiner Zeitschrift DAS GEDICHT in der 'Liste
der deutschsprachigen Jahrhundertdichter' auf Platz 83 beordert, muß
man fordern: wenn es denn so etwas wie eine Hitparade geben müßte, dann
gehört Meier-Lenz um Etliches weiter nach vorne! Dies dokumentieren
auch nachhaltig die 35 neuen Gedichte in diesem Band des Autors, Redakteurs
der horen, mit einem Interludium von "10 der wichtigsten Prosastücke
des Autors" (vergl. Prospekt). Die Formulierungen sind einfach kolossal,
sie schwelgen in bizarren Bildern, katapultieren uns hinaus aus jeglicher
Normalität. Diese Lyrik begeistert den Poesieliebhaber, weil sie fernab
jeglicher appellativer Larmoyanz auf einem souveränen Grad handfester
Sensibilität wandelt. Wortschatz und Themen offenbaren einen romantizistischen
Realismus ("ein quasi-mond lügt"), in dem sich die Unbestechlickheit
wahrer Ästhetik dokumentiert. Meier-Lenz arbeitet an der Reduktion des
Ausdrucks und entlang der Demarkationslinie der Absurdität: "die stille
fällt ins schweigen", wobei "schrecksekundenlang endlos" uns die Lebenslügen
vergewaltigen, bis wir "am abend todnackt" sind. Hier wird Existenz
in situativen Reflexionen durchgespielt, und wir "spielen mit als narr
in der maske des menschen". Etliche Formulierungen beweisen auch, daß
es nichts Ernsthafteres als die Ironie gibt: "durch das geschrei des
gedichts / ist unser bach angeschwollen". Oder wenn Meier-Lenz sinniert:
"wir haben die grammatik besiegt (...) und das alphabet abgeschafft"
- sich aber nicht davon abhalten läßt, seine "silben / gekittet mit
utopien" weiterzuverbreiten. Oder sein ' letztes sonett ' (genial !),
das das erste Drittel beschließt, das letzte Gedicht allerdings den
Titel 'offen' trägt! Im Mittelteil die Prosa: herrlich absurdistische
Spielchen mit dem Krimi-Genre. Hier hat einer die Leichtigkeit der Persiflage
für sich entdeckt: der Sonnenaufgang ist eine Leiche, und der Abend
war der Mörder. Ach, die Texte sind zu gut bis ins Detail - daher gilt:
absolutes Selbstlesemuß!
KHS
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